Kollektive Geschichte von Gefühlen

KOLLEKTIVE GESCHICHTE ÜBER GEFÜHLE PRÄGT UNSERE EIGENE GEFÜHLSWELT

 

Wenn wir davon ausgehen, dass Gefühle eine wesentliche Aufgabe haben (da es sie sonst nicht gäbe), sprechen wir von Gefühlskräften. Diese Kräfte können unterstützen und/oder zerstörerisch wirken je nach dem wie wir sie einsetzen.

 

Spürst Du Deine Wutkraft? Oder hast Du Angst vor Wut und deren möglichen Auswirkungen?

Bemerkst du, dass du leicht den Kontakt mit dir selbst verlierst im Beisammensein mit anderen?

Wutkraft zum Beispiel ist eines der 4 Grundgefühle und wie alle anderen eine Kraft. Wenn wir wissen wir wir sie einsetzen. Und damit hat sie eine existentielle Bedeutung für uns auch möglicherweise als Zeichen einer (bevorstehnden oder gerade stattfindenden) Grenzüberschreitung. Wutkraft lässt uns vorwärts gehen, unsere Kinder beschützen und zum Kampf Kräfte mobilisieren.

Vielleicht hast Du Angst davor hilflos oder ängstlich wahrgenommen zu werden und unterdrückst somit sämtliche Gefühle die damit in Verbindung stehen?

Dies geschieht jedoch meist unbewusst...

 

Wir alle haben einen bestimmten Umgang, unterschiedliche Dynamiken in Bezug auf Gefühle erfahren, erlernt und verinnerlicht.

Manche Aussagen wie: "Jungs weinen nicht", "Mädchen sind nicht wütend und wild", sind nur zwei sehr prägnante von ganz vielen Glaubssätzen, die im Zusammenhang mit Gefühlen in unserer Gesellschaft aktiv sind. Sie bestimmen nicht nur unser aller Gefühlswelt, sie erzählen auch von geschlechtsspezifischem Umgang mit Gefühlen.

Hinzu kommt, dass diese "Gefühlsverbote" oft ganz subtil verordnet werden. Als Kind sind wir stets darum bemüht die Eltern, alle Erwachsenen, uns gegenüber positiv gestimmt zu sein. Wir tun alles dafür, unterdrücken sogar unsere Gefühle für sie. Und verlieren damit unsere Lebendigkeit. Jedes unterdrückte Gefühl setzt sich irgendwo in unserem Körper als Blockade fest.

Gefühle sind sehr wichtige Botschafter!

Warum sonst sollte es Gefühle geben, wenn sie keine Aufgabe hätten?

Sie nähren uns, sie schützen uns, sie beschenken uns, sie helfen uns dabei, uns zu entwickeln. Sie lassen uns uns lebendig fühlen!​​​​

Übernimmt jeder Mensch die Verantwortung für seine eigenen Gefühle, wird das Beziehungsleben um vieles einfacher und harmonischer. Wir können uns dann wirklich miteinander verbinden, weil wir mit uns selbst verbunden sind.

FREMDE GEFÜHLE

Oft tragen wir auch fremde Gefühle in uns. Gefühle, die wir von unseren Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, Partner, Kollegen, Freunde, etc. übernommen haben oder die uns mitgegeben wurden. Es sind Gefühle, die uns lähmen, ängstigen, ... die wir allerdings so sehr verinnerlicht haben, dass wir gar nicht auf die Idee kommen, sie könnten nicht zu uns gehören. Manche Gefühle bekommen wir vererbt, sie sind praktisch ein Teil von uns.

 

Oder es sind Gefühle, die uns uns selbst gar nicht mehr wieder erkennen lassen. Wenn Du Dich selbst sagen hörst: "So oder so kenne ich mich eigentlich gar nicht", oder "Eigentlich bin ich ganz anders, ich weiß gar nicht warum ich mich so  verhalte" deutet darauf hin, ein fremdes Gefühl übernommen zu haben.

Wollen wir ein Gefühl loswerden kann es ebenfalls darauf hindeuten, dass es ein fremdes Gefühl ist.

 Wenn wir uns für unsere Gefühle öffnen und erstmal erfahren, wie wohltuend es ist, sie wahrzunehmen, anzuerkennen und zu achten, werden wir bemerken, wie wir wir selbst werden, wie Ruhe und Stille in uns einkehren kann weil wir nicht mehr vor unangenehmen, Fremden davon laufen, sondern uns in uns hinein entspannen dürfen. Die Suche im Außen ist oft zu recht ein Flüchten vor einem Schmerz, vor Schwerem, das in uns hinterlassen wurde.