Mitgefühl erfordert Präsenz


Wenn wir mitfühlen sind wir mit unserer Aufmerksamkeit bei uns selbst UND bei unserem Gegenüber der sich ebenfalls bei sich selbst "aufhält". Wir schwingen dann in einem gemeinsamen Resonanzraum.
Im 3-Raum Modell der achtsamkeitsbasierten Ichgrenze überschreiten wir in diesem Bild 2 Mal eine Grenze. Wir sind gleichzeitig bei uns und beim Anderen.

Wirkliche Verbundenheit übrigens lässt sich nur herstellen, wenn wir wissen wer wir sind und wenn wir BEI UNS SIND. Das sieht dann in etwa so aus:



 

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Die beiden Menschen befinden sich mit ihrem Aufmerksamkeitsstandort zum jetzigen Zeitpunkt jeweils in ihrem Innenraum. Beide sind verbunden mit einem Liebesgefühl. Möglich ist, dass es das Liebesgefühl der Frau ist, die im Mann sein eigenes Liebesgefühl zum Schwingen bringt. Weil er bei sich ist und in Resonanz mit ihr geht während sie ihren Aufmerksamkeitsstandort auch gerade bei sich im Innenraum hat.

Seine Aufmerksamkeitsrichtung liegt also bei ihr während er achtsam mit seinem leiblichen Empfindungen verbunden ist. Diese werden sozusagen ausgelöst durch die Wahrnehmung der Frau in ihrem Innenraum.

Jede*r ist also bei sich und doch sind sie über ein aktuelles (nährendes) Gefühl miteinander verbunden.

Dies ist nur einer von 10 unterschiedlichen Aufmerksamkeitsmodi in dem Modell des achtsamkeitsbasierten Ichgrenzbewusstseins von Dr. Klaus Blaser und mit dem wir uns in dem 8 wöchigen Self-Boudary Awareness Training theoretisch und praktisch beschäftigen.

Als praktische Erfahrung bezüglich des Mitgefühls - oder auch die liebende Güte, wie die Buddhisten diesen mentalen Zustand nennen - lässt sich folgendes Video heranziehen:

Eine Studie von Amnesty International UK: in dieser Forschungsarbeit sind sich die Menschen bei ihrer ersten Begegnung völlig fremd, sie hatten sich davor nie gesehen und stammen alle aus unterschiedlichen Nationen, haben unterschiedliche - teils schwere und schmerzhafte - Erfahrungen.

Wir sehen wie einfach es ist einen liebevollen Kontakt herzustellen indem wir einfach "nur" dasitzen, präsent mit uns und gleichzeitig beim anderen sind indem sich die Menschen gegenseitig in die Augen sehen:

 

"Die Augen sind das Tor und der Spiegel unserer Seele".