herzlich willkommen(37).png

Aufmerksamkeit ist ein GESCHENK.

Und wir Menschen haben nur EINE Aufmerksamkeit. Das sogenannte "Multi-Tasking" das vor allem uns Frauen zugeschrieben wird, gibt es nach neuesten wissenschaftlichen Forschungen gar nicht.

Was allerdings möglich ist, ist ein schneller Wechsel des Aufmerksamkeitsfokus.

 

Die Aufmerksamkeit findet im gegenwärtigen Augenblick statt.

Aufmerksamkeit ist Energie und nährt uns.

Sind wir in der Lage bewusst zu entscheiden WEM und WAS wir WANN UNSERE kostbare AUFMERKSAMKEIT SCHENKEN?

Woran erkennen wir, dass jemand aufmerksam bei und mit uns ist?

Und was macht das mit uns? Welche Auswirkungen spüren wir?

2010 fand eine außergewöhnliche Performance von und mit der Künstlerin Marina Abramovic im New Yorker Museum of Modern Art statt: The Artist is Present

 

3 Monate saß sie jeden Tag 8 Stunden in der Eingangshalle auf einem Stuhl. Zu Beginn gab es einen Tisch und einen weiteren Stuhl, auf dem BesucherInnen des Museums Platz nehmen konnten, um in einen stummen Augenkontakt mit der Künstlerin zu treten. Schnell sprach sich herum, was dort passierte und nach einigen Tagen kamen immer mehr Menschen, so dass es bald lange Warteschlangen gab - schon vor der täglichen Öffnungszeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was geschah dabei?

Durch die pure Präsenz der Künstlerin entstand ein magischer Raum, der wie ein Magnet wirkte - und wie ein Spiegel. Marina zentrierte sich ganz bewusst vor und nach jedem Kontakt, so dass sie für jede und jeden ganz da sein konnte. Sie nahm bewusst ihren Aufmerksamkeitsstandort in ihrem Inneren, ihrem Körper, ein und fokussierte sich von dort aus nach außen, auf die jeweilige Person, die ihr gegenüber saß. Im Modell der achtsamkeitsbasierten Ichgrenze nennen wir dies "MITGEFÜL" im Unterschied zum Ein-fühlen.

Die Buddhisten nennen diesen Zustand "Liebende Güte".

Die Menschen, die mit ihr in den Augenkontakt gingen, sahen sich einer Person gegenüber, die ungewöhnlich offen, wertfrei und gegenwärtig war. Ganz wach und da für den Moment der Begegnung präsent. So gesehen zu werden, war für viele überwältigend.

 

 

Viele sehnen sich nach solchen Kontakten und gleichzeitig halten sie die Intensität, die da entsteht und hautnah spürbar wird, kaum aus.

Warum?

Wertfrei wahrgenommen zu werden ist für viele von uns unbekannt und doch liegt eine große Sehnsucht darin.

 

Es war und ist faszinierend zu beobachten, was für eine große Wirkung dieses so einfache und reduzierte Setting hervorrufen kann.

Amnesty International UK

 

Studies suggest it takes four minutes of direct eye contact for strangers to fall in love. So we decided to conduct a simple experiment: refugees and Europeans sat across from each other and looked each other in the eyes. People from different continents who have literally never set eyes on each other before come away feeling an amazing connections.

"Die Augen sind das Tor und der Spiegel unserer Seele".