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AUSDRUCK

 

Ausdruck - in seinen vielfältigen Facetten - war immer ein essentieller Teil meines Lebens. Seit ich mich zurück erinnern kann habe ich gesungen, musiziert, gemalt, gezeichnet, genäht, gestrickt, gehäkelt, gebastelt, getöpfert,... in der Schule habe ich jedes mögliche Freifach belegt das mit handwerklichem Tun verbunden war. 

Da die Musik ebenfalls ein wesentlicher Teil meines Lebens war, habe ich die Musikhauptschule besucht. Durch mangelnder Entscheidungsfreude ob ich lieber Glasbläserin oder Instrumentenbauerin werden sollte, hatte ich mich für das BORG und die damit verbundene Matura entschieden. Damit würden mir alle Türen offen stehen...

Danach folgten ein paar persönlich, sehr schwierige Jahre und ich besuchte das Kolleg ein für Bautechnik / Farbgestaltung in Baden.

Ich lebte in Wien, die Stadt bot Alternativen aber ich hatte das so nicht vor, es überforderte mich. Ich restaurierte viel auf Baustellen, fertigte Glaslampen und Mosaike an. 

Schließlich musste ich mir immer mehr eingestehen, dass mir das alles viel zu viel war: der Lärm, der Staub, der Wind (auf den Kirchtürmern), die Sonne, die Stadt. Ich war höchst unzufrieden und permanent auf der Suche. 

Ich suchte nach einer Alternative und begann 2007 berufsbegleitend Altorientalische Musiktherapie zu studieren. 

Hier habe ich zum ersten Mal von hochsensitiven Menschen erfahren und ich spürte sofort, ich war eine von ihnen... 

Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, angekommen zu sein. In meiner Empathiefähigkeit, meinem Mitgefühl, meiner akustischen Hochsensivität, die es mir erlaubte, Geschichten zwischen den Zeilen zu hören und dies musikalisch auszudrücken. 

Als Hochsensitive Persönlichkeit hatte ich sehr intensive Herausforderungen meinen Platz in der Gesellschaft, wie sie hier bei uns funktioniert, zu finden. Und ich bin immer noch dabei. Ausdruck hat in meiner Welt wenig mit Funktionieren zu tun. Er kommt aus dem Herzen und braucht keine Bewertung. Hier hat mir die Entwicklung meines Ichgrenzbewusstseins geholfen zu erkennen, dass es in meinem Ausdruck um liebevolles Zeigen eines Aspektes meiner inneren Wirklichkeit geht und diese nicht bewertet werden will. Und wenn es jemand doch tut - was ziemlich wahrscheinlich der Fall ist - dann habe ich meine Grenze, die mich davor schützt.

Was mich daher wirklich umtreibt, ist keine einzelne Methode oder spezielle Arbeitsweise (obwohl ich naturgegeben eine bestimmte Haltung dem Leben und dem Menschen gegenüber an sich entwickelt habe) sondern viel mehr dieser authentische, freie AUSDRUCK und andere Menschen dabei zu unterstützen ihren eigenen zu finden. 

Die Ichgrenze ist bei vielen hochsensiblen/hochsensitiven Menschen eine große Herausforderung. 

Deshalb und aus eigener Erfahrung sehe ich die Entwicklung einer intakten Ichgrenze und eines gesunden Ichgrenzbewusstseins als den ersten wichtigen Schritt zu einem freieren, entspannteren und klareren Leben bei dem die eigene Sensibilität und deren Stärken erkannt und gelebt werden können.

 

Was meine musikalische Ausdrucksfähigkeit anbelangt hat sich auch diese entwickelt. Es ist mir erlaubt, Atmosphären, Stimmungen in Räumen, einzelnen Menschen, Gruppen, klanglich und/oder stimmlich auszudrücken und wenn erwünscht auch klanglich zu harmonisieren. Dies war lange Zeit für mich so selbstverständlich, dass ich nicht ahnte, welch ein Schatz darin verborgen lag!

 

So kläre ich Situationen, Räume, Menschen mit meiner Musik. 

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