
Lucia Czech
Lucia Czech begleitet Frauen in therapeutischer und begleitender Arbeit vom Kopf ins Fühlen: zurück zum Vertrauen in die eigene Wahrnehmung, damit sie bei sich bleiben können, während sie ganz bei ihren Klientinnen sind.
Sie hat altorientalische / Ethno-Musiktherapie studiert und viele Jahre als Musiktherapeutin gearbeitet.
Heute arbeitet sie mit dem achtsamkeitsbasierten Ich-Grenz-Modell nach Dr. Klaus Blaser, mit den verschiedenen Wegen der Trance, geführten Visualisierungen, und mit Klang – online und in Präsenz.

Noch mehr über Lucia
Wer mit Menschen arbeitet, kennt beides: die Stunden, in denen alles stimmt, und die, nach denen man leer ist.
Ich bin Lucia Czech, und ich begleite Frauen in therapeutischer und begleitender Arbeit vom Kopf ins Fühlen. Dahin, wo du deiner eigenen Wahrnehmung wieder traust und bei dir bleiben kannst, während du ganz bei deiner Klientin bist.
Bei mir wird nicht bewertet. Es gibt nichts, was mich so erschüttern könnte, dass ich damit nicht umgehen kann, und ich dränge dich zu nichts. Antworten gebe ich auch keine vor: Du trägst deine eigene innere Weisheit längst in dir. Mein Teil ist, da zu sein, egal was auftaucht – und dir ehrlich zu sagen, was ich sehe.
Was du mitnimmst, ist nichts, das du referieren musst. Du traust wieder dem, was du wahrnimmst. Du spürst, was deins ist und was nicht. Du bist voll in Beziehung – mit dir selbst UND mit deinem Gegenüber. So gewinnt deine Arbeit ungemein an Leichtigkeit und laugt dich nicht aus.
Dass ich heute so arbeiten kann, hat einen langen Weg gebraucht. Heute würde ich sagen: Ich gehöre zu mir.
Wenn du genauer wissen magst, mit wem du es zu tun hast:
Lange habe ich geglaubt, ich bin nicht richtig.
Schon als Kind habe ich mehr wahrgenommen als die anderen um mich herum.
Stimmungen, Spannungen, das, was keiner ausspricht. Weil niemand darüber geredet hat, habe ich den naheliegenden Schluss gezogen: Mit mir stimmt etwas nicht. Ich bin anders, und zwar falsch.
Die Musik hat mich durchgetragen
In der Schule war es für mich meistens zu laut, zu viel, zu dicht, und einen Rückzugsort gab es nicht. Was mich durchgetragen hat, war die Musik. Sie war das Einzige, bei dem ich keinen Druck gespürt habe.
Was ich werden wollte, wusste ich lange nicht. Vorstellen konnte ich mir nur, Künstlerin zu sein – wie man das wird, hat mir niemand gesagt. Also habe ich mich im Außen orientiert, wie ich es gewohnt war.
Zur Musiktherapie habe ich es zweimal versucht
Mit zwanzig habe ich mich für das Studium angemeldet und bin dann nicht zur Aufnahmeprüfung gegangen. Aus Angst, es nicht zu schaffen. Und aus einer zweiten Angst, die ich damals keinem erzählt habe: dass im Studium herauskommt, dass ich selbst nicht heil bin – und wie sollte dann ich Therapeutin werden?
Jahre später hat mich mein Körper eingeholt.
Eine schwere Erkrankung meines Zahnbetts, Mitte zwanzig, dazu der Satz eines Arztes, dass es so nicht weitergeht. Das war mein Weckruf. In derselben Zeit hat mich ein anderer Arzt in der ersten Sitzung gefragt, was ich eigentlich will. Ich habe gesagt: altorientalische Musiktherapie studieren. Aber ich traue mich nicht.
Kurz danach habe ich den Studiengangsleiter angerufen.
Im Studium war endlich Platz für mich
Das Studium war wie Heimkommen. Zum ersten Mal durfte ich einfach sein, wie ich bin.
Und gleichzeitig lief die alte Frage mit: Wann merken sie, dass ich hier eigentlich gar nicht dazugehöre?
Irgendwann bin ich auf den Begriff Hochsensibilität gestoßen, und mir war sofort klar: Das bin ich.
Nach Jahrzehnten hatte das, was mich von den anderen unterschied, einen Namen – und war keine Störung.
Als Musiktherapeutin bin ich an eine Grenze gestoßen
Ich habe als Musiktherapeutin in der Psychiatrie gearbeitet. Dort kam ich immer mehr in innere Konflikte – ich saß mit zwei Wahrheiten da: Ich hatte Werkzeuge, die wirken, und ich durfte sie nicht benutzen, weil sie nicht offiziell Teil der Therapie waren, zu der Menschen mit ärztlicher Überweisung geschickt wurden. Etwas nicht zu tun, von dem ich wusste, dass es hilft, kam mir vor wie unterlassene Hilfeleistung.
Ich habe gekündigt.
Nicht gegen die Musiktherapie, sondern für die Freiheit, auf das eingehen zu können, was gerade gebraucht wird.
Im Schamanismus habe ich gefunden, was mir gefehlt hat
2011 meine erste Schwitzhütte, im selben Jahr eine Rückführung und eine Ahnenaufstellung. Was ich dort erlebt habe, war so eindrücklich, dass ich es lernen wollte. Später kam eine Reise bis nach Tuwa dazu, gemeinsam mit meiner Lehrerin und mit meinem Vater. Schamanismus und Musik sind meine Heimat geworden.
Schamanismus ist für mich dabei keine Technik, sondern eine Haltung dem Leben gegenüber.
Was ich seither nutze, sind die verschiedenen Wege nach innen – innere Reisen, innere Bilder, Klang, und ja: Trance, in ihren vielen Formen. Später kam die tiefe Imagination dazu, und sie hat alles noch einmal vertieft.
Der Wendepunkt für meine Arbeit war meine eigene Ich-Grenze
In Leipzig habe ich das achtsamkeitsbasierte Ich-Grenz-Modell von Dr. Klaus Blaser kennengelernt. Ich wusste nicht, was mich erwartet, nur dass ich es brauche.
Der Tag, an dem ich meine eigene Grenze gebaut habe, war wie ein zweiter Geburtstag.
Danach habe ich meine Innenwelt sortiert:
Was gehört hier wirklich hinein, und was ist eigentlich gar nicht von mir? Zum ersten Mal konnte ich unterscheiden, wo ich andere aufhören und ich anfange. Oder ich aufhöre und andere anfangen - was für eine Erleichterung! Auch der Unterschied zwischen: was von meinem Gegenüber kommt und was von mir. Seit 2017 begleite ich andere Frauen damit.
Und genau deshalb arbeite ich heute mit Frauen, die mit Menschen arbeiten. Weil ich weiß, wie es ist, fachlich gut zu sein und sich dabei zu verlieren. Weil die eigene Wahrnehmung das beste Werkzeug ist, das du hast – und du dafür keine Erlaubnis von
außen brauchst.
Präsenz und Resonanz
Vorbehaltlos da zu sein ist das Erste, was ich mitbringe, und es ist kein Nebeneffekt meiner Methoden. Es geht um den Zustand, in dem jemand ganz anwesend ist und nichts beiseitegeschoben wird.
Daraus entsteht Resonanz und Momente, in denen etwas gleich schwingt und in der Tiefe berührt. Das kann ich nicht herbeireden. Aber den Raum kreieren, in dem sie entstehen können.
Mitgefühl und Tiefe
Ich bewerte nicht. Was da ist, darf da sein, auch das Schwere, auch das Hässliche. Ich kenne meine eigenen Abgründe gut genug, um nicht zu erschrecken.
Genau deshalb kann es tief gehen. An der Oberfläche bleibe ich nicht, mich interessiert, was unter dem ersten Thema liegt. Weiter als du gehen willst, gehe ich nie – aber ich weiche auch nicht aus, wenn es unbequem wird.
Eigenmacht
Ich bin nicht die, die weiß, wie es für dich geht. Jede trägt ihre eigene innere Weisheit in sich, meist ist nur der Zugang verschüttet. Meine Arbeit besteht darin, diesen Zugang wieder zu öffnen – nicht darin, mich unentbehrlich zu machen.
Freude
Freude ist bei mir kein Ziel am Ende, sie gehört zur Arbeit dazu. Es wird gelacht, es wird gestaltet, gesungen, gemalt. Ich bin meiner eigenen Freude gefolgt, als ich nicht mehr weiterwusste, und sie hat mich bis hierher gebracht.
Meine Haltung
